Seit Januar 2011 kann der Kraftstoff E 10 in allen Ländern der EU getankt werden. Dieser gilt offiziell als Biokraftstoff und enthält bis zu 10% Ethanol. E 10 soll angeblich die Umwelt und das Klima schonen sowie die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen verringern.
Das Ethanol wird ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Hier wird oft argumentiert, dass bei diesem Vorgang nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Auf diese Weise soll ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Dies ist jedoch nur die Theorie, in der Praxis sieht es völlig anders aus. Viele Experten sind sich inzwischen darin einig, dass der Nutzen von E 10 nicht nur äußerst gering ist, sondern dass dieser Kraftstoff sogar für den Klimaschutz völlig ungeeignet ist. Zumindest konnte noch nicht nachgewiesen werden, dass die Produktion von Kraftstoffen auf Pflanzenbasis irgendeinen besonderen Nutzen für die Umwelt oder das Klima hat.
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Für die Gewinnung des Kraftstoffes E 10 ist ein intensiver Anbau von Zuckerrüben, Mais oder Raps erforderlich. Damit ist es jedoch noch nicht getan, denn diese Pflanzen benötigen außerordentlich hohe Düngermengen, um in der vorgesehenen Weise gedeihen zu können. Durch diesen Dünger wächst der Stickstoffanteil in der Erdatmosphäre, was letzten Endes dazu führt, dass die Erderwärmung mehrere hundert Mal intensiver vorangetrieben wird, als dies mit Kohlenstoff geschehen würde. Es wird zwar auch darüber nachgedacht, Algen oder Erntereste in Tanks zu züchten und daraus das Ethanol für E 10 zu gewinnen, dies war jedoch bisher nicht von Erfolg gekrönt. Die erzielten Erträge bei diesen alternativen Zuchtversuchen waren völlig unzureichend.
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In Brasilien wird das Ethanol für E 10 aus Zuckerrohr gewonnen. Dazu werden zusätzliche Anbauflächen benötigt, die vor allem durch die Rodung von tropischen Regenwäldern gewonnen werden. Auch in Deutschland führt die Notwendigkeit der Erzeugung von Rohstoffen für E 10 dazu, dass die Landwirte Mais- und Rapsfelder umwandeln. Dadurch wird das auf den Grünflächen gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt, was zu einer deutlichen Verschlechterung der gesamten Ökobilanz führt. Diese Entwicklung können andere Branchen wie zum Beispiel die IT-Branche mit ihren Green-IT Lösungen dann kaum aufwiegen.
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Noch völlig ungeklärt ist, welche Schadstoffe bei der Verbrennung des alternativen Treibstoffes entstehen. Vereinzelt konnte bereits die Bildung von Formaldehyd und Azetaldehyd nachgewiesen werden. Beide Stoffe sind krebserregend, Azetaldehyd kann darüber hinaus schwere Leberschäden verursachen. Einige Wissenschaftler haben in den Abgasen von Autos, die bereits mit E 10 betankt wurden sogar Blausäure und Ozon entdeckt.
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Unklar ist auch, welche Schäden der Kraftstoff E 10 an den Autos selbst verursachen wird. Viele Experten sind sich darin einig, dass die Gefahren nicht unerheblich sind. Ethanol ist in der Lage, chemisch sehr aggressiv zu reagieren und dadurch zum Beispiel die Aluminiumbestandteile der Fahrzeuge anzugreifen. Dadurch drohen massive Schäden durch Korrosion. Weitere mögliche Folgen, die durch das Betanken mit E 10 verursacht werden können sind Verschleißerscheinungen an Ventilen, Schläuchen und Gummidichtungen. Im schlimmsten Fall können diese Teile sogar porös werden.
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Offiziell wird zwar davon ausgegangen, dass nur ca. 10 % aller in Deutschland zugelassenen Autos für das Betanken mit E 10 ungeeignet sind, inoffiziell liegt diese Zahl jedoch viel höher. Auch die Listen, auf denen genau aufgeführt wird, welche Autos für E 10 geeignet sind und welche nicht, sind äußerst kritisch zu betrachten.
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Nicht zuletzt verursacht E 10 zusätzliche Kosten. Durch den relativ hohen Ethanolanteil hat dieser Kraftstoff eine geringere Energiedichte als die herkömmlichen Erdölprodukte, was dazu führt, dass die Tankfüllung nicht so lange reicht und dass häufiger nachgetankt werden muss. Dies verschlechtert dann die Ökobilanz noch weiter. Zwar beträgt der geschätzte Mehrverbrauch nur 2% pro Jahr, die zusätzlichen Kosten können sich jedoch durchaus auf mehrere hundert Euro belaufen. Da lohnt es sich schon fast, einen Bus zu mieten und eine Fahrgemeinschaft zu gründen.
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Experten raten jedem Autofahrer, der versehentlich E 10 getankt hat dazu, nicht damit weiterzufahren, sondern umgehend den Tank auszupumpen. An dieser Empfehlung wird erkennbar, dass E 10 alles andere als ungefährlich ist. Bei einem Auto, das E 10 nicht verträgt kann bereits ein einmaliges Betanken mit diesem Kraftstoff ausreichen, um ernsthafte Schäden an den Aluminiumteilen sowie an den Ventilen und Ventilsitzringen zu verursachen.
Darüber hinaus ist Bioethanol auch in der Lage, Weichmacher aus Gummi- und Kunststoffteilen herauszulösen. Dadurch werden diese Bauteile undicht und spröde. Nicht zuletzt besteht auch die Gefahr von ernsthaften Motorschäden.
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Durch den hohen Ethanolanteil nimmt die Wassermenge im Motor zu. Dieses Wasser wird aus Verbrennungsgasen kondensiert und gelangt dann ins Öl, welches anschließend verdünnt wird und schneller altert. Dadurch werden häufigere Ölwechsel nötig. Viele Kfz-Werkstätten weisen darauf hin, dass alle Autofahrer, die E 10 getankt haben, öfter ihren Ölstand kontrollieren sollten. Ein höherer Pegelstand könnte dann ein Indiz dafür sein, dass es bereits zu einer merklichen Beeinflussung durch E 10 gekommen ist. Es gibt sogar einige Kfz-Werkstätten, die grundsätzlich davon abraten, den Kraftstoff E 10 zu tanken. Dies betrifft nicht nur die Autos, die offiziell dafür ungeeignet sind, sondern auch alle anderen Autos. Der Hauptgrund für diese Empfehlung ist, dass Langzeitstudien über die Wirkung von E 10 fehlen.
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Die Mehrheit der Deutschen steht dem neuen Kraftstoff E 10 kritisch bis ablehnend gegenüber. So gaben nur 30% der Befragten an, in Zukunft E 10 tanken zu wollen, 47% lehnen dies hingegen strikt ab. Wichtige Gründe dafür sind vor allem die Mehrkosten durch häufigeres Tanken, die Angst vor Motorschäden und die mangelnde Verbraucheraufklärung.
Archiv: Autofahrer
2011 2 Mai
Der Wahnsinn mit dem Kraftstoff E 10 (Teil 2)
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