Momentmal – Der normale Wahnsinn

Wahnsinn im Alltag oder was uns sonst so bewegt!

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Archiv: April 2011

Mittlerweile druckt jeder Discounter seine Werbung in großem Stil auf seine Tragetaschen. Will er doch auch draußen und unterwegs Präsenz zeigen. Nicht nur das ich als Verbraucher die Werbung kostenlos durch die weiten meiner Stadt trage – sie danach wiederverwerte und damit noch einmal Werbung laufe und zu guter Letzt dem Reststoff zuführe. NEIN ich muss dafür auch noch zahlen. Ich zahle also für Fremdwerbung…. irgendetwas läuft doch hier falsch – sollte es nicht so sein, dass ich dafür sogar Geld bekommen? Werbeplätze werden doch auch an jeder Ecke meiner Stadt käuflich erworben. Eben auch von diesen Discounter.

Ich hatte einmal nachgefragt, warum ich für Tragetaschen zahlen muss und bekam die tolle Aussage, ich solle doch bedenken, dass die Herstellung der Tragetaschen teuer ist. Super, wenn man als Otto-Normal-Verbraucher einmal im Internet nach Preisen suche erhalte ich einen Preis ab 0.03 Euro – ich versichere das bei der Menge an Tüten, die ein Discounter braucht, ein ganz andere Preis heraus kommt.

Eine kleine Beispielsrechnung eines Discounters:
- 3 von 4 Haushalten in Deutschland kaufen bei ALDI ein *1
- in Deutschland gibt es ca. 40 Millionen (2008) Haushalte *2

Sind also nach ca. 30 Millionen Haushalte – Gehen wir davon aus, das jeder Haushalt einmal in der Woche beim Discounter einkauft wären das Pro Jahr 1560 Millionen Einkäufe. Wenn davon nur jeder 4. (25%) eine Tragetasche kauft sind das 390 Millionen/Jahr bei einem Preis von 0,10 Euro je Tragetasche kommen wir auf eine Summe von 39 Millionen Euro Umsatz nur durch die Tüten. Sollten die Tragetaschen entgegen wie oben beschrieben dennoch 50% Kosten, so ist das immer noch ein Reingewinn von ca. 20 Millionen Euro – Im Jahr – MIT TRAGETASCHEN!

Ich nutze beim Einkauf bei diversen Discountern meinen Einkaufskorb/Körbe oder Stofftaschen. Und das solange, bis ich für das Tragen der Taschen mit Werbung einen gegenwert bekommen. Wegen mir auch gerne eine Einkaufsgutschein.

Quelle:
*1 – http://www.aldi-sued.de/de/html/company/daten_und_fakten.htm
*2 – http://de.wikipedia.org/wiki/Privathaushalt

E10 ist nun schon seit einer ganzen Weile das alles beherrschende Thema, viele Pro und Kontra Argumente nähren immer wieder die Diskussionen und immer wieder muss es der Steuerzahlende Autofahrer ausbaden. Allem voran unsere Regierung die aus augenscheinlichen Ökologischen Aspekten eigentlich wieder nur den Profit sieht. Nicht genug auch der Umstand, dass es ja “eigentlich” gar nicht für jeden Motor geeignet ist. Da beklagen sich die Entscheidungsträger doch darüber, dass nur ca. 30% aller deutschen Autofahrer E10 tanken ohne im Nachgang richtig auf zu klären. Auch hier bleibt die Bringschuld wieder am Autofahrer kleben. Laut ADAC könnten 90% aller Motoren E10 Kraftstoff “verarbeiten”. Studien gibt es natürlich noch nicht in ausreichender Menge und evtl. Folgekosten durch defekte Motoren oder Einspritzanlagen bezahlt…? Genau wieder einmal der Autofahrer.

Shell denkt innovativ? Weit gefehlt…
Shell bietet jetzt eine E10 Versicherung an. Wird ein Schaden am Motor durch E10 festgestellt, bezahlt die Versicherung die Reparatur. Allerdings hat sich Shell hier selber gut abgesichert. Die Versicherung zahlt nicht, sobald:

  • eine Unbedenklichkeitserklärung für das Auto seitens des Herstellers vorliegt
  • die Erstzulassung nicht vor 1998 liegt

die Versicherung gilt nur 18 Monate nach dem Tanken bzw. der Registrierung.
Zu bedenken ist hier, das es ein weiterer Kostenfaktor für den Autofahrer ist denn nicht Shell zahlt sondern SIE und wie bei jeder Versicherung werden auch hier persönliche Daten erhoben.

Nicht nur das es nun durch die Einführung von E10 eine versteckte Preiserhöhung gibt, nein – Die EU will nun auch noch den Brennstoffgehalt besteuern und somit eine weitere Preiserhöhung weiter geben. Aber dies ist ja ein anderes Thema. Zurück zum E10 Chaos. Ebenso macht es mir erheblich zu schaffen, dass das ganze Zapfsäulen Chaos mit 95 oder 98 Oktan nun auch noch die Zapfsäulenknappheit um sich schlägt – Wo soll also E10 rauskommen und wo die “anderen” Kraftstoffe? Diesel gibt es ja auch noch. Hier gibt es eine einfache Lösung die mal wieder den Verbraucher zum Deppen erklärt:

Zitat des ADAC: Da es Raffinerie- und Tanklager-seitig nicht möglich ist, zusätzlich ein Super 95 mit E5 anzubieten, wird Aral eine SuperPlus als Schutzsorte verwenden. Dazu wird mindestens ein Zapfpunkt (…) von Aral SuperPlus 98 zu Aral Super 95 umgeklebt.“ Und weiter: „Aral SuperPlus 98 und Aral Super 95 kommen aus dem gleichen Tank. Es handelt sich also um identischen Kraftstoff.“ (Zitat ADAC Mitglieder Zeitschrift)

Hier mal eine kleine Beispielsrechnung: Ökonomie oder Ökologie?
Pro 50 Liter Tankfüllung werden 15 kg Getreide genutzt. (Also 0,3 kg Getreide pro Liter E10 und 3kg pro reinem Liter Bioethanol). Diese 15 kg Getreide würden für ca. 20 große Brote reichen – Man verfährt also in etwa einer Woche ca. 20 Brote! Außerdem Verwendbares Material für die Herstellung von Bioethanol neben Getreide ist auch Holz und Stroh. Holz? Müssen wir nun befürchten, dass noch mehr Wälder abgeholzt werden?

Deutschland diskutierte zwei Wochen lang über seinen Verteidigungsminister und am Ende musste er gehen. Es gab Revolutionen in Tunesien, Ägypten und Libyen, die Entscheidung über eine Flugverbotszone über Libyen, bei der Deutschland sich enthielt und viele Diskussionen darüber in der Politik und in den Medien. In Japan liegt die Wirtschaft und das Land nach dem verheerenden Erdbeben, Tsunami und der Atomkatastrophe von Fukushima am Boden. Die Welt verfolgt gebannt, wie man die verheerende Kernschmelze in den Griff zu bekommen versucht und hierzulande wird hitzig über den Nutzen und die Gefahren der Kerntechnologie diskutiert. 250.000 Menschen gingen gegen Atomenergie auf die Straße – soviele, wie noch nie – und die Parteienlandschaft ist bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gehörig durcheinander geraten. Die gerade beschlossene Verlängerung der Laufzeitverträge für die Kernenergie in Deutschland steht auf dem Prüfstand und Energieunternehmen rebellieren gegen das von der Bundesregierung ausgerufene Moratorium.

Kurzum: Die Welt ist im Umbruch, in der deutschen Politik herrscht Ratlosigkeit über die Richtung, die man einschlagen will. Es wäre also genau der Zeitpunkt, wo man von einem Staatsoberhaupt verlangen dürfte, sich zu äußern. Aber Christian Wulff ist nicht als großes Staatsoberhaupt gekommen und um große Worte zu sprechen. Er ist als Konkurrent von Angela Merkel von ihr höchstselbst auf den Thron gehievt worden, um ihr den Rücken frei zu halten, als sein Vorgänger ihr zu unbequem wurde und überhastet den Hut nahm. Er ist der Präsident an der kurzen Leine der Kanzlerin und als solcher hält er sich zurück, auch wenn es viel zu sagen gäbe. Schweigen und aussitzen, das ist das Rezept der Macht seit Helmut Kohl und von diesem hat auch eine Angela Merkel sehr wohl gelernt, wenn es darum geht, das Machtgeflecht aufrecht zu erhalten. Da folgt dem “Herbst der Entscheidungen” ein Frühling der Sprach- und Ratlosigkeit, aber solange niemand darüber spricht, prallt jede Kritik an ihr ab. So werden wir unser Staatsoberhaupt zur Neujahrsansprache wiedersehen, wenn er uns in Worthülen verpackt ein frohes Jahr 2012 wünscht. Bis dahin herrscht Funkstille in Berlin, um schlafende Bürger bloß nicht zu wecken.


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